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Philosophie


 
Darf ich Menschen einsperren, um andere vor ihnen zu schützen? Ist es gerecht, wenn ein Bankchef eine Million Euro im Monat bezieht, während eine Friseurin mit nicht einmal 1000 Euro ihr Leben unterhalten muss? Ist für mich wirklich alles - alle Gedanken, Gefühle Erinnerungen, Pläne und Wünsche, das ganze Leben - vorbei, sobald ich tot bin? Und wer kann mir überhaupt sagen, dass ich jetzt gerade tatsächlich existiere? Dass ich nicht mein Leben träume oder irgendein ehrgeiziger Wissenschaftler mein Hirn in einem Tank aufbewahrt und meine Sinne mit einer geschickten Verkabelung austrickst, um einen schwachsinnigen Film zu projizieren. Und vielleicht handelt es sich ja gar nicht um mein Hirn, liebe Leserin, lieber Leser, sondern um Ihres! Wer weiß? Wenn Sie sich solchen Fragen stellen und nicht als unnütze Verschwendung von Lebenszeit abtun, philosophieren Sie bereits.

„Ich weiß, dass ich nichts weiß!“ lautet ein berühmtes Zitat des Philosophen Sokrates und meint nicht etwa die Resignation darüber, dass alles Wissen vergeblich sei, sondern vielmehr, dass niemand, kein Mensch jedenfalls, letztgültige Gewissheit - egal worüber - besitzen kann. Sokrates ist damals vergiftet worden, weil die Machthaber im antiken Griechenland der Meinung waren, er verderbe die Jugend mit seinen subversiven Gedanken. Heute ist Philosophie ein Unterrichtsfach. Und das höchste Gut dieser Disziplin ist der Zweifel. Der Zweifel an der gültigen Moral und an vermeintlichen Wahrheiten. Philosophie ist keine Lehre, sondern eine Tätigkeit, die durch Werke von Philosophen angeregt wird. Ihr Ziel ist die größtmögliche Freiheit von der Tyrannei der Gewohnheit, um sich immer vor Augen halten zu können: Es könnte auch anders sein.

Selbst denken, sich in die Meinung des Anderen hineinversetzen und schlüssig argumentieren: Dies sind Regeln des Philosophierens wie Immanuel Kant sie bereits im 18. Jahrhundert formuliert hat. Darüber hinaus legen wir in unserem Unterricht besonderen Wert auf sechs Kompetenzen: Wahrnehmen und Deuten, Argumentieren und Urteilen, auf Kreativität und Praxis. Die praktische Kompetenz kann indes nur jede Philosophieschülerin und jeder Philosophieschüler für sich überprüfen, indem es nach einer Weile des Unterrichts leichter fällt, mögliche Antworten auf die vier Grundfragen der Philosophie zu finden „Was kann ich wissen? 2. Was soll ich tun? 3. Was darf ich hoffen? Und 4. Was ist der Mensch?“ und dann entsprechend zu handeln. Über die Kreativität des Faches gibt die Rubrik Schülerprodukte einen Überblick. Anhand welcher Themen wir das Philosophieren in diesem Schuljahr erproben, erfahren Sie unter dem Punkt Schulcurriculum.
 
 
 
Verantwortlich für die Seiten des Fachbereichs Philosophie: Frau McGuigan