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Festrede


Andreas Fritsch
Philipp Melanchthon – eine Provokation

Festvortrag auf dem Festakt anlässlich der Umbenennung des 11. Gymnasiums Marzahn-Hellersdorf in Melanchthon-Schule (Gymnasium) am 14. Mai 2009


Sehr geehrte Frau Mudrack, meine Damen und Herren, verehrte Ehrengäste,
liebe Eltern, Kolleginnen und Kollegen, liebe Schülerinnen und Schüler!

1.


Wenn sich heute, fast 450 Jahre nach dem Tod des evangelischen Reformators Philipp Melanchthon (1560) eine staatliche Schule in Berlin nach Melanchthon benennt, so lässt das aufhorchen, ja man könnte das auch als Provokation verstehen – als Provokation im ursprünglichen Sinne des lateinischen Wortes provocatio, was soviel bedeutet wie „Herausforderung zum Wettstreit, zum Kampf“, aber auch „Berufung“ auf eine höhere Instanz, in der römischen Republik an das Volk, im römischen Kaiserreich an den Kaiser. Doch das Verbum provocare ist noch vieldeutiger: nicht nur „herausfordern“, englisch challenge, sondern auch „hervorrufen, wecken, auffordern, anregen, ermutigen, reizen“; und auch: „sich auf jemanden berufen“. All diese Bedeutungen treffen irgendwie auf die Namensgebung Ihrer Schule zu. Sie ist eine Provokation in mehrfachem Sinne. Verstehen wir sie als Herausforderung zum Nachdenken, zur Besinnung!


Was hat die heutige Jugend mit einem solchen Namensgeber aus längst vergangenen Zeiten zu tun? Was kann sie von ihm lernen? Die Provokation besteht also
1. in der zeitlichen Ferne,
2. in der bekenntnishaften Gläubigkeit des Namensgebers, die so ganz im Gegensatz zum heute vorherrschenden Relativismus steht, und
3. in der „humanistischen“ Ausrichtung dieser Persönlichkeit, die in der Beschäftigung mit der antiken Literatur ein Hauptmittel der Menschenbildung sah.

Man kann dieser Schule nur gratulieren, dass sie den Mut zu dieser Provokation hatte. Im Hinblick auf einen Menschen, der vor einem halben Jahrtausend gelebt hat, ist es geradezu selbstverständlich, „dass seine Problemstellungen nicht umstandslos mit den unsrigen zur Deckung gebracht werden können. Melanchthons Lebenszeit fiel in eine Ära, deren Selbstverständnis durch und durch religiös war. Die Theologie lieferte die Folie, auf die alle anderen Diskurse bezogen wurden, und dies eben mit einem umfassenden lebensweltlichen und gesellschaftlichen Wirkungsgrad.“ (Schwab, S. 7) Unser heutiger Zeitgeist ist ein völlig anderer. Und doch können wir behaupten, dass Melanchthon eine der großen Figuren der deutschen Geschichte ist (Schwab, S. 11), dass er nicht nur „der eigentliche Begründer des protestantischen Gelehrtenschulwesens“ war (Paulsen 1965, Bd. I, S. 210) und damit die Entwicklung des gesamten deutschen Schulwesens bis in unsere Zeit hinein teils direkt, teils indirekt beein-flusst hat, sondern dass er auch und gerade in seiner Widersprüchlichkeit und Zerrissenheit zwischen Bewahrung und Veränderung eine „Leitfigur“ in der öffentlichen Diskussion sein kann, indem er uns „inmitten einer auseinanderstrebenden Gesellschaft ein Beispiel der Konsensfindung“ bietet (vgl. Schwab, S. 8-9).
 
Die Wahl des Namens Melanchthon ist unzeitgemäß und – so paradox das klingen mag – gerade dadurch zeitgemäß und modern. Denn Zukunft braucht Herkunft. Was zunächst unzeitgemäß erscheint, wird sich als zeitübergreifend erweisen, als Mut zur Geschichte, als Mut zur Wahrnehmung geistesgeschichtlicher Entwicklungen und Konflikte, als Mut zu Toleranz und Konsenssuche.
Ich möchte an den berühmten Diogenes von Sinope (404-323) erinnern, der bis heute in zahlreichen Anekdoten fortlebt. Es ist der nonkonformistische Diogenes in der Tonne, der, als ihn der mächtigste Politiker seiner Zeit, Alexander der Große, aufforderte, einen beliebigen Wunsch zu äußern, den er ihm gern erfüllen werde, nur antwortete: „Geh mir ein bisschen aus der Sonne!“ (Vgl. Diogenes Laertios, Leben und Meinungen berühmter Philosophen 6,38.) Dieser Diogenes soll einmal nach einer Theatervorstellung, als die Massen aus dem Theater strömten, sich durch die Menge ins Theater gedrängelt haben. Und als ihm jemand zurief: „Diogenes, du gehst in die falsche Richtung, du läufst ja gegen den Strom“, soll er erwidert haben: „Genau das versuche ich doch mein ganzes Leben lang.“ (Vgl. Diogenes Laertios 6,64.) Es ist dieser Mut, gegen den Strom zu schwimmen, sich gegen den main stream zu behaupten, adversus populum niti, wie Erasmus von Rotterdam (1466/69-1536) das ins Lateinische übersetzt hat (vgl. Erasmus, Apophthegmata, 3, Diogenes 2/80). Dieser Mut ist es, der – mit Maß und Vernunft gepaart – auch heute und in Zukunft Hochachtung und Unterstützung verdient.

2.


Diese Schule ist durch Zusammenlegung zweier Schulen entstanden, benannt nach zwei bedeutenden künstlerischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts: Max Reinhardt (1873-1943), ein Mann des Theaters, der 1937 in die USA emigrierte; und Leonard Bernstein (1918-1990), ein amerikanischer Dirigent und Komponist, dem wir unter anderen die „West Side Story“ (1957) verdanken. Und jetzt ein Sprung ins 16. Jahrhundert. Es ist nicht ganz einfach, eine Schnittmenge zwischen den Wirkungsfeldern von Reinhardt, Bernstein und Melanchthon herauszustellen. Sie liegt vielleicht im Bereich der sieben freien Künste, der aus der Antike überlieferten artes liberales, in denen alle drei Persönlichkeiten zu ihrer Zeit jeweils einen wichtigen Platz einnahmen: Es sind die Künste Grammatik, Dialektik, Rhetorik; Geometrie, Arithmetik, Astronomie und Musik. Nach diesen Künsten, artes, englisch arts sind auch noch die neuesten bildungspolitischen Reformprodukte, auf die zur Zeit alle Universitäten Europas ihre Studiengänge umstellen müssen, benannt: Bachelor of arts, Master of arts, B.A. und M.A. In dieser Tradition stehen wir, ob wir es wissen oder nicht. Denn auch die Worte Theater, Drama, Tragödie, Komödie oder Musik, Musical, Komponist oder Schule, Gymnasium, Universität, Studium sind – wie übrigens auch unser Alphabet auf dem Computer – griechisch-lateinischer Herkunft.

Aber es sind natürlich nicht nur die Wörter, die Reinhardt, Bernstein und Melanchthon miteinander verbinden. Wer sich mit der Geschichte des Bildungswesens etwas näher befasst, wird feststellen, dass Melanchthon, um die Kinder in den Sprachen zu üben, lateinische Theaterstücke aufführen ließ (vgl. Garin III, S. 13). Die Praxis des darstellenden Spiels wurde im 16. und 17. Jahrhundert intensiv geübt; Melanchthons Großonkel Johannes Reuchlin (1455-1522) gilt als Begründer des deutschen (lateinischen) Schuldramas („Henno“, 1496/97; später auch von Melanchthon aufgeführt; vgl. Schwab, S. 14); auf katholischer Seite haben die Jesuiten das Schuldrama zur Blüte geführt. In dieser Tradition steht auch der große tschechische Pädagoge aus dem 17. Jahrhundert, Johann Amos Comenius (1592-1670), der selbst mehrere Schulspiele verfasst hat.

Und was die Musik betrifft, so forderte Melanchthon sogar, dass „täglich eine Stunde Musikunterricht gegeben werden sollte“ (Garin III, S. 13).


3.


Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde unter den Parteien SPD, SED, CDU und LPD (später FDP genannt) in Gesamtberlin um ein Schulgesetz gerungen. Vor allen anderen Details ging es um den „Grundsatzparagraphen 1“ (vgl. Klewitz, S. 190): Was ist die „Aufgabe der Schule“?  Nach langen und sehr kontroversen Diskussionen gelang es der Stadtverordnetenversammlung am 13. November 1947, das „Schulgesetz für Groß-Berlin“ zu beschließen. Es wurde im Juni 1948 von der Alliierten Kommandatura angeordnet und vom Magistrat von Groß-Berlin verkündet. Das war bereits im Jahr vor der Gründung der Bundesrepublik (8.5.1949) und der DDR (7.10.1949). Der Paragraph 1 beginnt mit dem Satz:

„Aufgabe der Schule ist es, alle wertvollen Anlagen der Kinder und Jugendlichen zur vollen Entfaltung zu bringen und ihnen ein Höchstmaß an Urteilskraft, gründliches Wissen und Können zu vermitteln.“

Es folgen weitere Sätze, die sich in den vergangenen 60 Jahren bewährt haben und nur wenig modifiziert wurden. Von besonderer Bedeutung für die Namensgebung Ihrer Schule scheint mir der letzte Satz dieses Grundsatzparagraphen, der von 1948 bis heute – auch in der jüngsten Fassung des Schulgesetzes von 2004 –  gültig geblieben ist und also Gesetzeskraft hat, wonach im Bildungsprozess –  so heißt es da wörtlich: „die Antike, das Christentum und die für die Entwicklung zum Humanismus, zur Freiheit und zur Demokratie wesentlichen gesellschaftlichen Bewegungen … ihren Platz finden“ sollen.

In der Person und im Werk Philipp Melanchthons finden wir bereits, wenn vielleicht noch nicht alle, so doch wesentliche Kräfte dieser „Bewegungen“ gebündelt. Ohne dass wir uns konfessionell auf eine Seite schlagen müssten, kann wohl jeder von uns akzeptieren, was Melanchthon am Anfang seiner Rede zum Lob der Schule in Nürnberg im Jahr 1536 sagte und was Ihre Schulleiterin Frau Mudrack auf der Homepage Ihrer Schule als Motto herausgestellt hat:

„Zwei Werte sind göttlicher als alles, das dem menschlichen Wesen zugehört: Die Wahrheit und die Gerechtigkeit. Beide zu erforschen und zu entfalten ist der Schule anvertraut.“ (Zit. nach Schmidt, S. 204 f.) – Wahrheit und Gerechtigkeit – veritas et iustitia – sind keine Worthülsen, keine Leerformeln (mit ee geschrieben), sondern die höchsten Güter, die eine Schule zu pflegen hat.

4.


Philipp Melanchthon war zeitlebens ein begeisterter Lehrer. Als er im Alter von 63 Jahren starb, konnte er auf eine 42jährige Lehrtätigkeit zurückblicken. Ich erwähnte eben seine im Jahr 1536 anlässlich der Schulgründung in Nürnberg gehaltene Rede zum Lob des schulischen Lebens: De laude vitae scholasticae. Würde ich sie jetzt vorlesen, könnte mancher glauben, das sei ironisch gemeint oder gar zynisch, wenn man das mit heutigen Verhältnissen vergleicht. Wo gibt es heute Lehrer und Schüler, die aus vollem Herzen und innerster Überzeugung sagen können, „dass keine Daseinsform mehr Freude bringt als das schulische Leben“ (nullum vitae genus iucundius esse quam vitam scholasticam)? (Schmidt, S. 216 f.) Aber wer wollte den folgenden Satz aus derselben Rede für überholt halten: „Je besser der Zustand ist, in dem sich ein Staat befindet, desto großzügiger verhält er sich gegenüber denen, die sich um die Bildung bemühen.“ (Et quo melius quaeque Respublica constituta est, eo est erga studiosos liberalior.) (Vgl. Schmidt, S. 214 f.)

Staat und Gesellschaft, vertreten durch die Schulverwaltung, müssen immer wieder alles dafür tun, dass die Schule ein Lebensraum wird, der Schülern und Lehrern Freude macht. Die Schule darf allerdings auch nicht durch überzogene Erwartungen überfordert und überfrachtet werden. In diesem Sinne stellt der Erziehungswissenschaftler und Kultusminister von Sachsen Anhalt Jan-Hendrik Olbertz in einem heute (am 14.5.2009) erschienenen Zeitungsartikel fest: „Die Schule ist nicht für die Verbesserung der Gesellschaft zuständig, aber es ist Aufgabe der Gesellschaft, für bessere Schulen zu sorgen.“ (Olbertz 2009) Ich möchte noch zwei weitere Beispiele zum „Lob der Schule“ erwähnen, eins aus der Geschichte und eins aus der Gegen-wart.

a) Vor kurzem (25.9.2008) habe ich an der Namensgebungsfeier einer Schule in Perleberg in der Prignitz in Brandenburg teilgenommen (Fritsch 2008). Diese Schule gab sich den Namen „Friedrich-Gedike-Oberschule“. Friedrich Gedike (1754-1803) war u.a. Direktor des ältesten Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster, er war  gewissermaßen der „Erfinder“ des Abiturs, Begründer des preußischen Schulkollegiums (einer Vorstufe des Kultusministeriums) und Erfinder des Studienseminars, also des Referendariats für Gymnasiallehrer. Auch er war ein begeisterter Schulmann und hielt im Jahr 1781 auf der Hundertjahrfeier des Friedrichswerderschen Gymnasiums in Berlin-Mitte eine Rede mit dem schönen Titel „Jubelrede von den Freuden des Schulmanns“. Auch das war keineswegs ironisch gemeint.

Und im Jahr 2007 veröffentlichte der Mediziner Joachim Bauer ein Buch mit dem Titel „Lob der Schule“, in dem er – auf der Grundlage neuester neurobiologischer Erkenntnisse – „Sieben Perspektiven für Schüler, Lehrer und Eltern“ aufzeigt (Bauer 2007) Wir müssen dafür sorgen, dass sich Eltern, Lehrer und Schüler mit ihrer Schule identifizieren können. Damit will ich sagen: So wie sich Klagen über das Schulleben durch die Jahrhunderte hinziehen, und zwar Klagen und Kritik von Lehrern und Schülern, so gibt es doch auch immer wieder optimistische Erfahrungen und Zeugnisse von gelingendem Schulleben. Und von Zeit zu Zeit sollte man diese positiven Stimmen auch zu Gehör bringen und nicht im Sarkasmus erlebter Misserfolge ersticken lassen.


5.


Sicher haben Sie hier an Ihrer Schule die ein oder andere Unterrichtseinheit oder ein Projekt zum Thema „Philipp Melanchthon“ durchgeführt, sodass die Gefahr besteht, dass ich hier Eulen nach Athen trage. Aber ich will doch wenigstens noch einige Stationen aus dem Leben und Wirken Melanchthons in Erinnerung rufen, die vielleicht besonders hervorhebenswert oder sogar bewundernswert sind.

a) Philipp Melanchthon war er ein hochbegabtes Kind, ein Superschnellläufer. Er wurde 1497 in der kurpfälzischen Amtsstatt Bretten (rund 40 km südlich von Heidelberg) geboren. Am 15. März 1509 schenkte der berühmte Reuchlin seinem lernbegabten 12-jährigen Großneffen Philipp eine wertvolle griechische Grammatik mit eigenhändiger Widmung. (Reuchlin war der Bruder von Melanchthons Großmutter mütterlicherseits.) An diesem Tag hat er dessen Familiennamen Schwarzerdt nach Humanistenart ins Griechische übertragen: „Schwarzerdt heißt du, ein Grieche bist du, griechisch soll auch dein Name lauten und so nenne ich dich Melanchthon, das heißt soviel wie schwarze Erde“, soll Reuchlin gesagt haben (Schwab, S. 14). Bereits im selben Jahr kam Melanchthon auf die Universität Heidelberg, drei Jahre später (1512) an die Universität Tübingen. „1514 wurde er – mit 17 Jahren – Magister und begann, Vorlesungen über Terenz, Vergil, Cicero und Livius zu halten. Gleichzeitig beschäftigte er sich mit der Lektüre mathematischer, juristischer und medizinischer Schriften.“ (Schmidt, S. 5) Als er 1518 seine griechische Grammatik veröffentlicht hatte, empfahl ihn Johannes Reuchlin, neben Erasmus der bedeutendste Humanist nördlich der Alpen, als Professor für Griechisch nach Wittenberg, wo er dann bis zu seinem Lebensende griechische und lateinische Literatur, Rhetorik, Dialektik, philosophische Ethik und unter dem Einfluss Luthers auch biblische Exegese und Dogmatik lehrte (vgl. Schmidt, S. 5).

b) So hielt er im Jahr 1518 als 21-Jähriger seine Antrittsvorlesung in Wittenberg in lateinischer Sprache. Zu dieser Zeit war er zwar „ein noch fast wie ein Knabe aussehender, zarter und unscheinbarer Jüngling“ (Friedenthal, S. 243). Doch erwies sich diese Rede bald als herausragendes Dokument der deutschen und europäischen Bildungsgeschichte. In ihr bietet er Vorschläge zur Neugestaltung des Studiums und begründet damit die humanistische und protestantische Reform des deutschen Schulwesens.

c) Seine Bedeutung für die Durchsetzung der kirchlichen Reformation bestand in der systematischen Erfassung der evangelischen Glaubenssätze. Insbesondere formulierte er 1521 erstmals die Hauptpunkte der Lehre Luthers, die „Loci communes rerum theologicarum“ und 1530 für den Reichstag in Augsburg die Bekenntnisschrift „Confessio Augustana“ und deren Verteidigung, die Apologie. Außerdem war Melanchthon an zahlreichen Religionsgesprächen beteiligt (Leipzig 1519, Marburg 1529, Worms 1540, Regensburg 1541, Worms 1557). Mit seiner eigentümlichen Verbindung von Humanismus und Christentum prägte er den deutschen Protestantismus wesentlich. Er unterstützte Luther auch bei der Bibelübersetzung. (Zur marxistischen Interpretation der Reformation als „frühbürgerliche Revolution“ vgl. Borrmann / Brendler; ferner Schorn-Schütte, S. 100-103 mit den Literaturhinweisen auf S. 115.)
 
d) Von großer Bedeutung für das Schulwesen war die von ihm verfasste kursächsische Schulordnung von 1528. Ihr folgten viele andere Schulordnungen in anderen Regionen, vor allem aber die Gründung neuer Gymnasien und Universitäten. Daher wird er bis heute zu Recht als „Lehrer Deutschlands“ – als „praeceptor Germaniae“ bezeichnet (vgl. Paulsen 1920, S. 34; Mahlmann 1999).

e) Aus seiner Antrittsvorlesung in Wittenberg möchte ich hier zwei Aspekte hervorheben: Erstens den Grundsatz „ad fontes“ und zweitens die hohe Wertschätzung des Geschichtsstudiums.

(1) In dem Prinzip „ad fontes“ waren sich Humanisten und Reformatoren einig: man müsse „zu den Quellen“ gehen, auf die Originaltexte zurückgreifen, die Ursprünge kennen lernen und verstehen. Das war ohne gründliche Latein-, Griechisch- und Hebräischkenntnisse nicht möglich. Das Alte Testament ist weitestgehend in Hebräisch, das Neue Testament in Griechisch verfasst, die Übersetzungen, Interpretationen und Kommentare späterer Jahrhunderte überwiegend in Latein. Wittenberg wurde durch Melanchthon die erste Universität, an der alle drei Sprachen gelehrt wurden. Mit dem Prinzip „ad fontes“ folgte Melanchthon auch seinem großen Vorbild Erasmus von Rotterdam (Kipf 2005; Friedenthal, S. 270 f.). In der Antrittsvorlesung preist Melanchthon seine jungen Hörer glücklich, weil es ihnen dank der Fürsorge des sächsischen Kurfürsten Friedrich des Weisen möglich sei, die Quellen der Künste und Wissenschaften direkt aus den besten Schriftstellern zu schöpfen (fontes ipsos artium ex optimis auctoribus hauritis; vgl. Nürnberger, S. 38).

(2) Besonders notwendig aber ist das Studium der Geschichte (Necessaria est omnino ad hanc rem historia; vgl. Nürnberger, S. 39; Schmidt, S. 148 f.). Geschichte sei noch wichtiger als Philosophie und Rhetorik. Sie sagt uns, so Melanchthon, „was schön und was hässlich, was nützlich ist und was nicht, auf sie kann kein Bereich des Lebens weder öffentlicher noch privater Art, verzichten.“ Leitung und Verwaltung der staatlichen Angelegenheiten seien ohne Geschichtskenntnis nicht denkbar. In der Antike galt allgemein die Göttin der Erinnerung (griechisch: Mnemosýne, lateinisch: Memoria) als die Mutter der Musen, das bedeute, „dass sich alle schönen Künste aus der Geschichte herleiten“ (ex historia omne artium genus manare; vgl. Schwab, S. 31).

Es ist eine bis heute immer wieder neu diskutierte Frage, was oder ob wir überhaupt etwas aus der Geschichte lernen können. Für Cicero war die „Geschichte eine Lehrerin des Lebens“: Historia magistra vitae (Cicero, De oratore 2,36). Muss man die Geschichte von Caesars Eroberung Galliens bis zum Fall der Berliner Mauer kennen? Finden wir darin irgendwelche anwendbaren Regeln oder nachahmenswerte Vorbilder? Nein und Ja. Nein deshalb, weil sich nichts von alledem wiederholen lässt; ja, weil manches davon modellhaft ist: Wir können unsere private, nationale und internationale Situation mit früheren Ereignissen und Epochen vergleichen. Dadurch wird der Blick für unsere heutige Situation geschärft. Wer sein Leben bewusst gestalten will, braucht Geschichte.

Goethe hat das einmal in folgender Form ausgedrückt:
  Wer nicht von dreitausend Jahren
  Sich weiß Rechenschaft zu geben,
  Bleib im Dunkeln unerfahren,
  Mag von Tag zu Tage leben.

(Goethe, West-östlicher Divan, Buch des Unmuts; Gedichte in zeitlicher Folge, hg. von Heinz Nicolai, 2. Band, Wiesbaden: Insel 1978, S. 179.)

Geschichte gehört zum spezifisch Menschlichen. Jenseits aller philosophischen Spekulationen über das Wesen des Menschen kann man behaupten, dass sich der Mensch vom Tier durch das Geschichtsbewusstsein unterscheidet. Geschichte ist etwas typisch Menschliches, sie gehört zur sog. Humanität. Und so war es immer ein Merkmal jeder ernstzunehmenden Kultur, dass sie ihre eigene Herkunft ergründete und sich selbst als Fortsetzung oder Wiederherstellung oder auch als entschlossene Änderung aller bisherigen Kultur verstand.

Das können wir auch bei anderen großen Gestalten der Renaissance und der beginnenden Neuzeit beobachten. Ob Gutenberg (um 1397-1468), Columbus (1446/7-1506), Kopernikus (1473-1543), Kepler (1571-1630), Galilei (1564-1642) oder Francis Bacon (1561-1626) – sie alle hatten Geduld, die bisherigen Erfahrungen der Menschheit – also die Geschichte – zu studieren, und den Mut, die bisherigen Erfahrungen zu überschreiten und den Stand der Erkenntnis zu erweitern.

e) Was wir an Melanchthon beobachten und bewundern können, ist seine Kompromissbereitschaft und -fähigkeit, die aber auch schon für seine Zeitgenossen eine Provokation war und bis heute ist. Die Wirren der Zeit zwangen Melanchthon, über das Theoretische und Pädagogische hinaus, zu einem politisch-taktischen Kampf, der ihm – wie jeglicher Fanatismus – eigentlich zutiefst zuwider war. Durch seine eher ausgleichende, vermittelnde Art entstanden aber Spannungen zwischen den strengen Lutheranern und den gemäßigten ‚Philippisten’, die den letztlich auf Aussöhnung der Konfessionen hoffenden Melanchthon verbitterten (vgl. Harenberg u.a., S. 900 f.). „Mit Erasmus hat Melanchthon niemals gebrochen, auch dann nicht, als Luther nach der scharfen Auseinandersetzung des Jahres 1525 um die Willensfreiheit den Bruch definitiv vollzogen hatte.“ (Meinhold, S. 10). Auch die von ihm verfasste „Confessio Augustana“ von 1530 war „in versöhnlichem Geiste“ abgefasst (vgl. Bremer/Storz, S. 118 f.). Es lässt sich nicht übersehen, dass Melanchthons letztes Lebensjahrzehnt (er starb 1560) von den innerlutherischen Auseinandersetzungen geprägt war (Kaufmann, S. 80). Aufgrund von Konzessionen, die Melanchthon nach der militärischen Niederlage des Schmalkaldischen Bundes im Jahr 1547 besonders im Bereich der gottesdienstlichen Riten gemacht hatte, wurde er „zu einer in weiten Teilen des konfessionellen Luthertums zutiefst umstrittenen“, ja sogar „mit dem Makel der Irrlehre … behafteten Gestalt“ (Kaufmann, S. 80). Melanchthon war enttäuscht von der „rabies theologorum“, von der Tollwut der Theologen (Heussi, S. 355). Übrigens wurde er nie Doktor der Theologie und „blieb immer in der philosophischen Fakultät; auch die Ordination oder ein Predigeramt nahm er niemals an.“ (Grisar, Sp. 632). Trotzdem übte aber sein Lebenswerk einen nachhaltigen Einfluss aus auf die Entwicklung der akademischen Theologie und die kirchliche Gestaltwerdung des lutherischen Konfessionssystems auch in seiner internationalen Weite (vgl. Kaufmann, S. 80 f.) Im Jahr 1555 kam es immerhin zum Augsburger Religionsfrieden, dessen (später formuliertes) Prinzip bis heute in lateinischer Fassung zu den geflügelten Worten gehört: „Cuius regio, eius religio“ (Bremer/Storz, S. 120).

f) Da wir hier in der Schule sind, interessieren uns natürlich vor allem Melanchthons Verdienste um das Bildungswesen, die ich abschließend – mit dem großen Berliner Pädagogen Friedrich Paulsen (1846-1908) – in drei Punkten nur schlagwortartig zusammenfassen will:
1. Er hat die Organisation der Universitäten und Gelehrtenschulen geleitet.
2. Er hat hervorragende Lehrer, Professoren und Schulorganisatoren herangebildet.
3. Er hat selbst die notwendigen Lehrbücher für den Unterricht verfasst.
„Die lange Reihe der von ihm verfassten und immer wieder überarbeiteten Lehrbücher um-fasst ungefähr den ganzen gelehrten Unterricht: lateinische und griechische Grammatik, Rhetorik und Dialektik, Psychologie und Physik, Ethik und Geschichte, und dazu die theologische Dogmatik.“ Sie alle sind „aus der Praxis des Unterrichts erwachsen.“ (Paulsen 1965, Bd. I, S. 212 f.)


6.


Wir leben heute in einem demokratischen Zeitalter, in dem Demonstrationen und Proteste rechtlich verbürgt sind. Es sei daran erinnert, dass wir beide Wörter der lateinischen Sprache verdanken. Auf dem (zweiten) Reichstag zu Speyer 1529 überreichten die evangelischen Fürsten und Städte eine „Protestation“ und widersprachen den Beschlüssen der Mehrheit. Davon erhielten sie den Ehrennamen „Protestanten“ (Schuster/Brecht II, S. 175). Erst der preußische König Friedrich Wilhelm III. (er regierte 1797-1840) empfand „die Benennungen protestantisch und Protestant als anstößig, weil in ihnen der Geist der Widerspenstigkeit deutlich werde“, und ordnete an, dass künftig im kirchlichen Bereich „nur noch das Wort evangelisch gelten sollte“ (Schnabel, Bd. 4, S. 349).
Das lateinische Verbum protestari bedeutet eigentlich „öffentlich als Zeuge auftreten“. Es wäre schön, wenn aus dieser Melanchthon-Schule viele Absolventen und Absolventinnen hervorgingen, die den Namen ihrer Schule als Provokation empfinden, nämlich als Herausforderung, öffentlich und friedlich für „Wahrheit und Gerechtigkeit“ einzutreten.


Literatur

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http://de.wikipedia.org/wiki/Philipp_Melanchthon