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Unser Namensgeber

Geschrieben von: Herrn Berger

Unsere Schule trägt seit 2009 den Namen Philipp Melanchthons. Auch wenn dieser vielen Älteren ein Begriff ist, kann die Schülergeneration, die an unserer Schule anfängt zu lernen, mit diesem Namen nur wenig anfangen. Doch wenn man sich mit ihm genauer befasst, erkennt man, dass Philipp Melanchthon eine Persönlichkeit ist, die uns bis heute einiges auf den Weg geben kann.

1497 in Süddeutschland geboren, entfaltet Philipp Schwarzerdt – so sein deutscher Name -  schon früh sein Talent für Sprachen. Er studiert mit 12 Jahren in Heidelberg  und wird 1514 Dozent an der Universität Tübingen. Dann wird er von den Entwicklungen der Reformation erfasst, geht nach Wittenberg, wird engster Weggefährte Luthers, trägt maßgeblich zur Verbreitung der lutherischen Lehre bei und wird nach dessen Tod der Verwalter des geistigen Erbes des Reformators.

1560 stirbt Melanchthon in Wittenberg.


Philipp Melanchthon war ein Universalgenie. Er beherrschte die alten Sprachen – insbesondere das Altgriechische – wie kaum ein anderer in Europa. Er schrieb Lehrbücher, die sogar seine ärgsten Feinde für das Studium der Wissenschaften benutzten – freilich ohne seinen Namen zu erwähnen. Er entwickelte Schulkonzepte, die in ihren Grundstrukturen bis heute Gültigkeit haben.

In seiner Tätigkeit als Reformator unterstützte er Luther bei der Übersetzung der Bibel und trug damit zur Herausbildung der modernen deutschen Sprache bei. Melanchthon zeigte bei der Verteidigung der neuen Lehre für die damalige Zeit ungewöhnliche Eigenschaften, die man heute „Kompromissfähigkeit“, „Diplomatie“ und „Verhandlungsgeschick“ nennen würde, und wohl nur durch sein Einwirken im Religionsstreit konnte ein blutiger Krieg in Deutschland verhindert werden. Seine akademische Umwelt nahm ihn wahr als fleißigen und wissbegierigen Forscher, aber auch geduldigen und fordernden Lehrer, der mit den großen europäischen Gelehrten seiner Zeit kommunizierte.


„Praeceptor Gemaniae – Lehrer  Deutschlands“ wurde Melanchthon anerkennend genannt. Und so ist er für unsere Schule, die sich dem  humanistischen Gedankengut, dem Fördern von Talenten junger Menschen und dem Mut zu Veränderungen verpflichtet fühlt, ein würdiger Namensgeber.